Simulation statt Stillstand: Virtuelle Inbetriebnahme zahlt sich aus
Anlagen werden immer komplexer, unvorhergesehene Probleme können die Inbetriebnahme dadurch verzögern und letztendlich die Gesamtkosten eines Projektes enorm erhöhen. Um frühzeitig Probleme zu lösen und um eine geplante Fertigstellung zu gewährleisten, bringt eine Virtuelle Inbetriebnahme (VIBN) zahlreiche Vorteile. Sie ermöglicht es unter anderem, das Automatisierungssystem im Vorfeld zu testen und zu optimieren, noch bevor es in der realen Welt gebaut und eingesetzt wird. Die Funktions- und Leistungstests, aber auch kritische Zustände, wie etwa Fehlerauflösungen nach Störungen, werden simuliert. Bereits in der Entwicklungsphase lassen sich dadurch konkrete Aussagen über das Verhalten des Systems treffen, wie zum Beispiel die Auslegung der Pufferstrecken, damit ein Leerlauf vermieden wird. Denn eines ist klar: Die Anlage muss effizient sein!
Was ist die Virtuelle Inbetriebnahme?
In einer speziellen, leistungsfähigen Software wird ein virtuelles Abbild der zu entwickelnden Maschine bzw. Anlage erzeugt. Dabei wird anhand von Engineeringdaten aus Layout- und Elektroplanung sowie 3D-Konstruktionsdaten das zu simulierende System realitätsnah abgebildet. Ziel ist es, eine 3D-Simulation des Gesamtsystems mit einem identischen Verhalten zur (künftigen) realen Maschine darzustellen. Die Praxiserfahrung zeigt, dass sich z. B. eine Portalladeranlage innerhalb weniger Personentage visualisieren lässt, denn eine interaktive 3D-Simulation kann Verhaltensweisen sehr viel besser vermitteln als ein Stapel von Dokumenten. Zudem können Bearbeitungszeiten der Maschine simuliert werden, was vor allem bei langen Laufzeiten im realen Betrieb eine Schwierigkeit darstellt. So werden Missverständnisse hinsichtlich Kundenzielen, Systemverhalten sowie der notwendigen Informationen zwischen Kunden und dem Ingenieurteam deutlich reduziert. Ein weiterer Vorteil ist die unbegrenzte Verfügbarkeit von Werkstücken und Materialbehältern, denn in der realen Welt stehen diese oft nicht zur Verfügung, wodurch ein vollständiger Leistungstest erst im Produktionsumfeld möglich ist. Dann ist es allerdings oft schwierig, ausreichend Zeit für Optimierungen zu finden.